So sehr uns die nationale Gewerkschaftsarbeit auf den
Nägeln brennt, so sehr müssen wir auch erkennen: die nationale
Gewerkschaftsarbeit wird in Zukunft immer stärker vom dynamischen Prozeß
der europäischen Integration beeinflußt.
Mit der Einführung eines einheitlichen Währungsgebietes
hat Europa für uns Finanzer eine ganz neue Dimension gewonnen. Die damit
verbundene Europäisierung unserer Wirtschaft, die Globalisierung usw. wird
immer stärker die wirtschaftlichen Vorgänge miteinander vernetzen und
damit die Besteuerungsgrundlagen, und nicht zuletzt auch die
Rechtsanwendung.
Hierzu nur ein besonders aktuelles Beispiel:
Der "Electronic Commerce", ein Handel über
elektronisch vernetzte Kommunikationssysteme, d. h. der steuerlich relevante
Vorgang spielt sich innerhalb des Netzes ab, hat für die
Mehrwertsteuerbetrügereien ein ganz neues Betätigungsfeld eröffnet. Dem
kann nur entgegengewirkt werden, wenn ein System gefunden wird, über das
den Einnahmeverwaltungen unverfälschte und vollständige Datensätze zur
Verfügung gestellt werden.
Darum ist es für die Deutsche Steuer-Gewerkschaft
wichtig, dass sie in ihrer europäischen Spitzenorganisation, der Union des
Finanzpersonals in Europa (UFE), Führungspositionen einnimmt. So ergänzt
mein Amt als neu gewählter Präsident der UFE sinnvoll meine Arbeit als
DSTG-Bundesvorsitzender.
Die Parole heißt: über den nationalen Zaun hinausblicken, nach Europa
schauen und schon jetzt absehbare Entwicklungen frühzeitig erkennen und
steuern. Nur wer diese Chance nutzt, hat eine Zukunftsperspektive. Die UFE
gibt hierfür den effektiven gewerkschaftlichen Rahmen.